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Bananenschalen-Kuchen

An meinen Workshops ist er der Hit: ein Kuchen mit Bananenschalen. Gerne verrate ich Dir hier das Rezept dafür – weil es so schön zeigt, dass man tatsächlich Gutes machen kann aus Dingen, die früher immer im Kompost gelandet sind.

 

Es gibt Rezepte in meinem Blog, die vor allem dem Geschmack dienen. Und solche, bei denen vor allem die Vermeidung von Foodwaste im Zentrum steht. In diesem Rezept ging es mir eigentlich um das Zweite. Doch dann hab ich gemerkt, dass das Resultat sehr gut schmeckt.

 

Dass Bananenenschalen essbar sind, habe ich vor einiger Zeit bei meinen intensiven Recherchen rund ums Thema «Leaf to Root» für das gleichnamige Buch herausgefunden, weil ich beispielsweise in US-Blogs auf ganz viele Rezepte mit Bananenschalen gestossen bin. Ich selber esse selten Bananen. Doch neulich hatte ich einen Workshop im Tropenhaus Wolhusen und habe mich im Zuge davon etwas intensiver mit tropischen Früchten befasst.

 

 

Dabei bin ich auf dieses Rezept aus Neuseeland gestossen. Ich habs nachgebacken und war positiv überrascht, wie bananig der Kuchen schmeckt, obschon nur mit Schale zubereitet. Da man kaum je sechs Bananen aufs Mal isst, wie im Rezept vorgeschlagen, habe ich es etwas abgewandelt. Aber für den Trick, die Schalen mit Wasser zu mixen – und das ist das Zentrale an diesem Rezept – habe ich mich im Blogbeitrag von «Love Food Hate Waste» inspirieren lassen. Achtung, nicht erschrecken: Wenn man die Schalen mit dem Wasser mixt, gibt es einen Brei, der sehr schnell braun bis dunkelbraun wird, das ist ganz normal.

 

Wer den Kuchen nachbacken und dabei die ganze Banane verwerten will, dem habe ich einen Tipp: Fruchtfleisch in Stücke schneiden und einfrieren. Dann mit einem Powermixer zu einem Glace aufmixen (das ist ein Klassiker aus der veganen Küche, die Konsistenz wird ziemlich cremig). Wer will, gibt Zucker und Rahm dazu. So hast Du ein Eis und dazu ein Biscuit, also alles, was es für einen tollen und überraschenden Nachtisch braucht.

 

Natürlich gilt, bei Bananen noch mehr als bei anderen Früchten: Für die Schale nur Bananen aus Bio- oder sogar aus Demeter-Landwirtschaft verwenden!

 

–––––––––––––

REZEPT

Bananenschalen-Kuchen

 

 

Zutaten
(für einen Blechkuchen von ca 25×25 cm)

 

3 Bananenschalen

1/4 Tasse Wasser

2 Eier, Eigelb und Eiweiss getrennt

1 Tasse Rohzucker

30 g Butter, Zimmertemperatur

1,5 Tassen Mehl*

3 TL Backpulver (unter das Mehl mischen)

 

 

Zubereitung

 

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Backform mit Backpapier belegen oder bemehlen.

 

Die Bananen schälen und die Schalen mit dem Messer in Stücke schneiden. Mit 1/4 Tasse Wasser vermixen. Der Brei wird sehr dunkel, das ist normal.

 

Eigelb, Zucker und Butter aufschlagen, bis sich eine hellgelbe Masse bildet. Bananenschalenbrei untermengen. Mehl und Backpulver dazugeben und mischen.

 

Eiweiss steif schlagen und mit dem Mehl vorsichtig unter die Masse ziehen. In die Backform füllen und 30 bis 40 Minuten (je nach Dicke des Kuchens) backen.

 

* An meinem «Leaf to Root»-Tag an der OFFA-Messe in St. Gallen haben wir spontan 0,5 Tassen Mehl mit Hanfmehl von Alpenpionier ersetzt. Der Kuchen schmeckte eigentlich noch besser. Hanfmehl ist der getrocknete, gemahlene Presskuchen von Hanfnüsschen, der entsteht, wenn man die Nüsschen für Öl presst. Als Alternative kannst du auch ein anderes Presskuchen-Mehl, beispielsweise das von Aprikosen, das ich bei «Ölmühle an der Havel» in Berlin gefunden habe.

 

 

 

5 Responses
  • Ursula Haltiner
    20.06.2018

    Liebe Esther

    Wollte gerade nachfragen, ob ich dein Bananenschalenkuchen-Rezept haben dürfte, bin gerade mit meinen Schülern noch beim Thema „Food waste – zu schade für die Tohne“. Danke!

  • Ursula Haltiner
    22.06.2018

    In skeptische Augen schaute ich, als ich meinen Schülerinnen und Schülern erklärte, dass sich nicht nur mit dem schon etwas reiferen Inhalt der Schale ein leckerer Kuchen zubereiten lasse, sondern auch aus der Schale. Die eine Gruppe Schüler hat den Kuchen zwar gebacken, hatte dann aber doch nicht den Mut ihn aus zu Probieren – ganz im Gegensatz zu meinen Lehrerkolleginnen und -kollegen, der Kuchen war innert Kürze vom Holzbrett verschwunden. Die zweite Gruppe war dann mutiger und stellte dabei fest, dass der Kuchen zwar keine besonderes ausgeprägtes Aroma hätte, aber doch sehr lecker schmecken würden. Sie würden dem Teig noch etwas grobgehackte Schokolade beigeben. Alles in allem aber doch ein gut gelungenes Experiment! Danke für das Rezept!

    • Esther Kern
      10.07.2018

      Ja, Schokostücklein passen gut! Ich backe den Kuchen einfach pur, damit man eben das Bananenaroma auch rausschmeckt. Übrigens: Je reifer die Schale, desto ausgeprägter ist das Bananenaroma! Mit fast grünen Schalen wird das Aroma sehr dezent. Super, dass das Rezept den Lehreralltag etwas versüsst hat:-)

  • Lobinger Erich
    24.06.2018

    Hallo!

    Wie viel enthält eine Tasse?

    LG
    Erich

    • Esther Kern
      10.07.2018

      Lieber Erich, 1 Tasse wären 120 g Mehl oder 225 g Zucker. Oder knapp 2,5 dl Wasser. Aber dieser Kuchen ist nicht so sensitiv, was Mengen anbelangt, sprich, wenn Du keine Waage hast, kannst Du tatsächlich mit Tasse arbeiten, die in etwa diese Grösse umfasst. Die Idee ist, dass das Rezept sehr einfach umsetzbar ist. Viel Spass beim Backen, Esther

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